Ein neues Energiekonzept

Wenn es um Energie geht sind alle etwas sensibel. Die Einen, weil es ihnen wichtig ist, dass die erneuerbaren Energien mehr gefördert werden. Die Anderen, weil sie damit ihr Geld verdienen und wieder andere sind besonders sensibel wenn es um die Energie geht, weil sie diejenigen sind, die entscheiden welche Energiequellen besonders genutzt werden und welche nicht. Nicht zu vergessen sind die Verbraucher, die sich über die Preise sorgen.
Zu der vorletzten Gruppe darf sich die Bundesregierung zählen. Die hat sich vorgenommen ein neues Energiekonzept zu entwickeln, da das letzte Energiekonzept noch aus dem letzten Jahrtausend stammt und die darin festgelegten Standards bereits überholt sind. Unter rot-grün wurde damals der Atomausstieg beschlossen und nachdem müssten demnächst die beiden ältesten noch laufenden Atomkraftwerke vom Netz genommen werden.
Mit der neuen Regierung kam aber auch eine andere Einstellung zum Atomausstieg. Ob es eine Verlängerung der Laufzeiten geben wird ist noch nicht beschlossen, klar ist aber, dass zumindest bis zum Herbst zunächst alle Kernkraftwerke weiter laufen werden, auch die Uraltmeiler Neckarwestheim I und Biblis A. Bis Mitte des Jahres soll das neue Energiekonzept dann stehen, bereits jetzt hat sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle für eine Verlängerung der Laufzeiten ausgesprochen und dieses den vier großen Betreibern der Kraftwerke bereits zugesichert.

Kernenergie als Alternative zu erneuerbaren Energien?

Brüderle macht klar, dass die Verlängerung der Laufzeiten nicht bedeutet, dass die Erneuerbaren Energien weniger gefördert werden. Im Gegenteil, die Energiekonzerne sollen im Gegenzug verstärkt die erneuerbaren Energien fördern und wettbewerbsfähig machen. Die Verlängerung der Laufzeiten von den Atomkraftwerken soll vielmehr eine Brücke zu den erneuerbaren Energien schlagen. Außerdem sollen die Kraftwerksbetreiber die Hälfte ihrer Gewinne der Regierung zur Verfügung stellen und nicht in die eigene Tasche stecken.
Auf den Märkten soll für mehr Wettbewerb unter den Stromanbietern gesorgt werden und durch Zugangsverordnungen soll die Diskriminierung kleiner Anbieter vermindert werden.
Bis Juni müssen sich die Energiekonzerne und die Verbraucher noch gedulden, dann wird es endlich Klarheit auf dem Energiemarkt geben.